Bring Your Own Device (BYOD) oder Android-Smartphone im Konzern ausrollen: eine Woche mit dem Google Pixel

Dieser Artikel erklärt, wie ich als iPhone-Nutzer in einer Woche Selbstversuch mit einem Google Pixel die Android-Welt ausgetestet habe, um zu prüfen, ob man anstelle eines BYOD-Konzepts lieber günstige Android-Smartphones an Mitarbeiter ausgeben sollte.

Möchten Sie gerne, dass Ihre Kollegen auf Ihr Intranet oder Firmeninfos von überall aus zugreifen können? „Nein“ dürften heute nur noch die Hardliner im Unternehmen sagen. Die gibt es natürlich auch in unserer Organisation.

Allerdings arbeiten wir auch mit vielen Teilzeitkräften, mobilen Mitarbeitern und zahlreichen, die nicht ständig am Computer sitzen. Beobachten Sie die mal in den Pausen. Das Smartphone ist immer am Start. Warum also nicht das Naheliegende mit dem Nützlichen verbinden:

  • „Wer kann am Donnerstag den Dienst mit mir tauschen?“
  • „Ist der Müller wirklich zum Bereichsleiter befördert worden?“
  • „Gibt es jemanden hier am Standort, der mir mit der türkischen Patientin in deren Muttersprache helfen kann?“

All das kann eine App auf dem Smartphone beantworten. Einen relevanten Teil der erforderlichen Technologie aus dem Linchpin-Intranet, der das ermöglichen kann, ist bei uns schon am Start.

Sollen die Mitarbeiter einfach ihr eigenes Telefon nutzen?

Das ist der eigentlich am einfachsten, weil ja eh schon alle Mitarbeiter ein Telefon haben. In Bezug auf Sicherheit und Kontrolle der Unternehmens-IT ist das wohl eher ein „Gau“.

Sollten wir einfach ein Telefon bereit stellen?

Das Kaufen von Smartphones beseitigt viele Sicherheitsbedenken, ist aber teuer. Sind die günstigen Android-Smartphones gut genug, um auch von nicht technisch versierten Mitarbeitern (m/w) akzeptiert zu werden?

Das galt es in einem einwöchigen Selbsttest heraus zu finden.

Ich muss zugeben, ich bin ein Fan des iPhone. Als das Erste hier in Deutschland auf den Markt kam habe ich es zwar noch boykottiert – die Distribution nur über die Telekom hat mir einfach nicht gepasst – seit 2013 habe ich aber immer eins der aktuellen Modelle in Benutzung und das liegt nicht zuletzt daran, dass ich die Bedienung und die Haptik sehr angenehm und intuitiv finde.

Trotzdem bin ich natürlich neugierig und breit technisch interessiert, deswegen musste ich auch nicht lange überlegen als Martin mir angeboten hat, mal für eine Woche ein Google Pixel zu testen. Derzeit rolle ich beruflich Confluence als Wissensdatenbank und Collaboration – Tool aus. In diesem Rahmen kann eventuell eine „Bring-Your-Own-Device“ – Strategie (BYOD) zur Anwendung kommen.

Der Test

Im Test hatte ich ein Google Pixel der ersten Generation. Betriebssystem hier ist Android, natürlich mit allen möglichen Google – Apps vorinstalliert. Nach Inbetriebnahme kann ich über Google – Drive unkompliziert auch meine Daten vom iPhone auf das Pixel Synchronisieren. Dass das Plattform-übergreifend funktioniert ist eine positive Überraschung.

Vom iPhone bin ich das entsperren mit einem Fingerabdruck gewöhnt. Das geht auch beim Pixel, allerdings ist der Scanner auf der Rückseite des Gerätes. Das ist praktisch, wenn man das Gerät in der Hand hält. Liegt es allerdings auf einem Tisch oder hängt in einer Halterung im Auto, ist das unpraktisch.

Alle von mir häufig benutzen Apps, wie zum Beispiel Telegram, Facebook, Twitter, aber auch google Docs und Maps gibt es im Playstore wenn sie nicht, wie gesagt, vorinstalliert sind. Die Bedienung ist auch hier intuitiv, die Eingabe reagiert schnell. Auf dem iPhone nutze ich für Nachrichten aller Art bereits das Gboard, daher war die Umstellung  in Sachen  Eingabe nicht besonders groß. Auch hier ist die Eingabe damit problemlos und zeitsparend.

Mein Fazit

Das Google Pixel, vor allem aber Android als Betriebssystem machen einen guten Eindruck auf mich. Würde mein Arbeitgeber mir ein Handy mit Android zur Verfügung stellen, würde ich es nicht ablehnen. Zwar hat sich mein Eindruck verfestigt, dass die Bedienung auf dem iPhone etwas flüssiger und intuitiver ist, das fällt aber nicht so arg ins Gewicht.

Neue Wege der digitalen Zusammenarbeit

Video – Conferencing und Kanban – Board

Mein Team ist dezentral organisiert, das heißt ich führe mehrere Mitarbeiter innerhalb eines recht großen Bereiches. Treffen können nur mit größeren Wegstrecken durchgeführt werden, man verbringt eine ganze Menge Zeit auf der Straße und kann diese nicht effektiv nutzen. Auch das managen von Aufgaben (Verteilen, Nachhalten, etc.) ist bei einem dezentralen Team schwieriger. Trotzdem will man nicht alles auf Telefonate beschränken. Hier ist vor allem der Informationsfluss an alle Mitglieder eines Teams zur gleichen Zeit schwierig – trotz alledem gibt es immer wieder Themengebiete, die eines Telefonats bedürfen und die in einer großen Gruppe fruchtbarer bearbeitet werden können. Ich habe mir also Gedanken gemacht, wie die Aufgabensteuerung und damit auch die Kommunikation effektiver gestaltet werden kann. Für die Aufgabensteuerung bin ich auf Trello gestoßen. Es handelt sich hierbei um eine webbasierte Anwendung die von jedem internetfähigen Gerät aufgerufen werden kann. Der Vorteil ist, dass auch mobil gut über den Sachstand im jeweiligen Aufgabengebiet informiert werden kann. Hier können sogenannte Kanban – Boards erstellt werden. In den jeweiligen Listen kann man auf einen schnellen Blick den Sachstand erkennen. Daneben möchte ich mit meinen engsten Mitarbeitern in der Fläche zukünftig einmal pro Woche eine Videokonferenz abhalten. Dafür scheint mir Google Hangouts ein gutes Hilfsmittel zu sein. Auch hierbei handelt es sich um eine Webbasierte Anwendung die keiner Software auf dem Rechner bedarf, allerdings ist eine Anmeldung über ein google Konto notwendig.  Die Mitarbeiter sind technikaffin und waren somit leicht für den Test zu begeistern. Wenn dieser Test gut funktioniert würde ich gerne auch weitere Mitarbeiter in das Konzept einbinden.

Ans Werk!

Die erste Videokonferenz steht an. Es klappt leider nicht alles reibungslos beim Einwählen, sodass wir statt um 13 Uhr eine halbe Stunde später starten. Dabei steht dann die Leitung aber sehr gut, es ist jeder gut zu sehen und zu verstehen. Das Meeting folgt der folgenden Agenda:

  1. Mitarbeiter A – Bericht aus der letzten Woche und Ausblick auf die kommenden Woche
  2. Mitarbeiter B – Bericht aus der letzten Woche und Ausblick auf die kommenden Woche
  3. Björn – Bericht zu aktuellen Themen aus der Zentrale

Dabei gab es naturgemäß einige Zwischenfragen, die Agenda ließ sich aber gut umsetzen. Insgesamt zeigt die Struktur in der Retrospektive, dass Rückfragen immer wieder vorkommen – das wiederum zeigt, dass alle Teilnehmer an Bord sind und sich mit den Thematiken im Board und der Konferenz beschäftigen.

“To-Do´s” wurden direkt in ein Trello – Kanban – Board geschrieben auf das jeder Zugriff hat. Die dortigen Karten (mit Aufgaben) können jeweils einzelnen Mitgliedern des Boards zugewiesen werden. Das versetzt alle in die Lage auch eigenständig an den Aufgaben zu arbeiten beziehungsweise die Karte auf “Erledigt” zu verschieben, Rückfragen über die Karten/ das Board direkt an andere Mitglieder zu stellen oder Bearbeitungsvermerke in die Karte zu schreiben. Im Board gibt es bewusst keine Hierarchien, jeder kann Karten sehen, bearbeiten, verschieben. So bleibt das Team flexibel und hat einen Sachstand über alle Karten des Boards.

Die Karten haben wir farbig nach dem Eisenhower – Schema markiert, so kann jeder die Relevanz bzw. die Dringlichkeit der Aufgaben auf den ersten Blick erfassen. Weiterhin lassen sich bei vielen Aufgaben gut Prioritäten setzen.

Wichtig war für uns eine weitere Farbkategorie, “Warten auf dritte”, denn wie wir festgestellt haben sind wir doch recht häufig von Entscheidungen oder zumindest Rückmeldungen anderer Personen abhängig, die eine weitere Bearbeitung einer Karte verhindern.

Fazit:

Inzwischen benutzen mein Team und ich diese Form der Zusammenarbeit seit über einem Jahr. Jeder bearbeitet seine Aufgaben in Trello eigenständig, im “Standup” (so nennen wir die regelmäßigen Videokonferenzen) gehen wir die offenen Aufgaben einmal durch und besprechen schwierige Aufgaben/ Sachverhalte. Eine weitere Mitarbeiterin ist mittlerweile dazugekommen und hat sich ebenfalls problemlos zurechtgefunden. Trotz aller Einfachheit gibt es hin- und wieder kurzzeitige technische Probleme, die sich aber schnell selbstständig klären lassen. Ein wichtiger Aspekt im Gegensatz zur klassischen Telko ist die Videokonferenz. Man ist deutlicher committed und fühlt sich direkter angesprochen, der Charakter eines Meetings kommt wesentlich eher auf.

Aus meiner Sicht können damit die früher häufigen Strecken auf der Autobahn entfallen. Alle nutzen Ihre Zeit sinnvoller und vor allem bewusster. Der Überblick über das gesamte Aufgabenfeld im Trello ist ein großer Gewinn bspw. bei Abwesenheiten der Kollegen – Sachfragen anderer Abteilungen können so sinnvoll verarbeitet werden und der Workflow leidet nicht. Die Videokonferenz als feste Instanz sorgt dafür, dass die Mitarbeiter im Team sich die Woche strukturieren und sinnvoll angehen. Ergebnisse werden abgefragt und festgehalten, somit werden Aufgaben kontinuierlich bearbeitet.

Für mich ist diese Form der Zusammenarbeit ein voller Erfolg!

 

Funktionieren Amazon Echo und Harmony Ultimate miteinander? 

Schon seit langer Zeit benutze ich einen Harmony Ultimate Hub und kann damit Fernsehen, Apple TV, Webradio und vieles mehr über entsprechende Apps auf meinem Handy und Tablets aber auch mit einer zugehörigen Fernbedienung steuern. Interessant fände ich, zum Beispiel den Fernseher auch per Sprachbefehl über Amazon Echo steuern zu können. Martin hat mir dazu kürzlich freundlicherweise seinen Amazon Echo Dot geliehen.

Bei Logitech, dem Hersteller der Fernbedienung wird damit geworben, dass man mit „Alexa“ auch den Harmony Hub steuern könne. Bei näherem hinsehen fällt jedoch auf: Das geht nur wenn Echo Dot den entsprechenden „Skill“ besitzt. Den Harmony Skill gibt es allerdings bisher nur in den USA (Deswegen war also die Seite auf Englisch). Nüchtern stelle ich fest, es geht leider doch nicht so einfach.

Also weiter im Netz lesen. Es gibt doch eine Möglichkeit und zwar in dem man einen Trigger, wie zum Beispiel Yonomi, einsetzt. Die Yonomi App lässt Routinen laufen und kann damit auch mehrere Geräte (zum Beispiel Sonos, Amazon Echo, Harmony Ultimate usw.) miteinander wirken lassen.

In meinen Worten wäre das bei der Konstellation Alexa mit Harmony in etwa so: Sprachbefehl an Alexa (zum Beispiel „Alexa schalte den Fernseher an“). Alexa hat den Skill Yonomi und lässt dadurch die Routine laufen. Diese wiederum löst über den Trigger die jeweilige Aktion im Harmony Hub aus. Das funktioniert soweit sehr gut. Damit war es das dann aber auch. Der amerikanische Harmony – Skill könnte dann auch über Sprachbefehl an Alexa den Kanal wechseln oder die Lautstärke reduzieren oder erhöhen. In dem geschilderten Workaround wäre das aber nicht so einfach umsetzbar denn man müsste im Harmony Hub für jeden dieser Befehle eine Aktion programmieren. Die Aktion „Lautstärke erhöhen“ kann man dort (jedenfalls mit meinen Kenntnissen) nicht erstellen.

Mein Fazit: Mit dem zugehörige Skill ist die Verbindung Alexa mit Logitech Harmony sicher eine klasse Sache. Ohne ist es irgendwie leider nur Mittelprächtig! Wenn es den Skill gibt werde ich mir aber auf jeden Fall eine Alexa zulegen.

Eine kleiner Spielerei habe ich dann mit Yonomi und dem Hub doch programmiert: Da Yonomi am Harmony Hub auch ein Ereignis Bei erreichen oder verlassen eines bestimmten Ortes triggern kann habe ich eingestellt, dass, wenn ich nach Hause komme automatisch der Harmony Hub die Aktion Webradio ausführt. Was soll ich sagen, es hat funktioniert und ich habe mich beim ersten Mal ziemlich erschreckt!

Pulse of Europe heute bei Kaiserwetter

Heute war ich wieder bei Pulse of Europe in Wiesbaden. Bei strahlendem Sonnenschein haben noch ca. 400 andere Menschen den Weg zum Dern´schen Gelände in Wiesbaden gefunden. Sehr interessant war unter anderem der Bericht eines Mitglieds der Gruppe Junge europäische Föderalisten (JEF). Die Initiative setzt sich für einen europäischen Bundesstaat ein. Interessante Ideen stecken da allemal drin. Subjektiv kommen jede Woche mehr Teilnehmer, im europäischen in- und Ausland waren wohl etwa 40.000 Europäer auf der Straße. Ich finde das ist ein gutes Zeichen für Europa!

Hier gibt es den Bericht des Wiesbadener Kurier: https://www.facebook.com/wiesbadenerkurier/videos/10155071267936054/